Werkzeuge, Prozesse, Möglichkeiten
Die Diskussion widmet sich der Frage, wie Künstliche Intelligenz heute bereits in unterschiedlichen Bereichen der Architektur angewendet wird und welche Rolle sie in Zukunft einnehmen könnte. KI ist dabei nicht als ein bestimmtes Programm zu verstehen, sondern als eine Technologie und ein Werkzeug, das in unterschiedlichen Phasen des architektonischen Prozesses wirksam wird. Die Gesprächsrunde beleuchtet zwei zentrale Felder: den kreativen Einsatz von KI im Entwurf sowie die Nutzung datenbasierter Systeme zur Unterstützung technischer und organisatorischer Arbeitsprozesse.
Im gestalterischen Bereich eröffnet KI neue Wege der Ideenfindung und des atmosphärischen Experimentierens. Sie kann visuelle Inhalte generieren, Varianten vorschlagen und frühzeitig räumliche Stimmungen simulieren. Dadurch verschiebt sich die Rolle des Entwerfenden, der zunehmend mit einem technologischen Partner zusammenarbeitet, der Impulse geben, Vorschläge formulieren oder komplexe Zusammenhänge sichtbar machen kann.
Parallel dazu spielt KI eine wachsende Rolle in der technischen Planung und im Management großer Datenmengen. In Bereichen wie Tragwerksplanung, Simulation, Kostenlogik, BIM-Prozessen oder der Analyse von Gebäudeperformance ermöglichen KI-gestützte Systeme mehr Effizienz, Genauigkeit und Geschwindigkeit. Sie unterstützen repetitive Tätigkeiten, erkennen Muster und entlasten Teams in jenen Bereichen, in denen der Faktor Datenquantität die zentrale Herausforderung darstellt.
Die Diskussion soll diese beiden Perspektiven bewusst nebeneinander stellen und die Frage aufzeigen, wie sich Kreativität, Ingenieurwissen, Büroalltag und Verantwortung verändern, wenn KI zunehmend Teil des architektonischen Arbeitens wird. Ziel ist es, ein realistisches Bild aus der Praxis zu zeichnen und zu verstehen, wo KI heute schon eine Rolle spielt, wo sie Potenzial hat und wo die Grenzen liegen. AL
Arian Lehner ist Architekturjournalist und Filmemacher. Er ist Chefredakteur von architektur.aktuell, dem führenden Architekturmagazin Österreichs, sowie Gründer und Leiter der internationalen TV-Reihe Mies.TV. Parallel zu seiner journalistischen Arbeit für die österreichische Tageszeitung DER STANDARD und seiner Tätigkeit als Konferenzbeauftragter bei den Vereinten Nationen in Wien studierte er unter anderem an der University of Manchester und der Universität für angewandte Kunst Wien bei Kazuyo Sejima (SANAA). Er arbeitete für internationale Büros wie MVRDV in Rotterdam und bei OMA/Rem Koolhaas in Hongkong. Seine Filme wurden bislang in Europa, Asien, Afrika und Nordamerika produziert und gezeigt.
Matias del Campo ist Architekt, Theoretiker und Gründer der AKI GmbH (Angewandte Künstliche Intelligenz) in Wien. Er lehrt an der TU Wien mit Forschungsschwerpunkt auf Künstliche Intelligenz und Architektur. Autor von Neural Architecture (2022) und Diffusions in Architecture (2024). Seine Arbeiten befinden sich in den Sammlungen des MAK Wien, der Albertina und des FRAC Centre Orléans.
Anna Heimrath entwickelt als Expertin für digitale Planung modellbasierte Standards, neue Planungsmethoden und koordiniert die Entwicklung interner Tools sowie Plugins und Softwareerweiterungen. Darüber hinaus verantwortet sie die Schulungskonzepte bei Bollinger+Grohmann und unterrichtet “BIM – Methoden und Anwendung in der Praxis” an der Technische Hochschule Georg Simon Ohm in Nürnberg.
Sie leitet eine standortübergreifende Planungsabteilung und ist zertifizierte BIM-Managerin bei Bollinger+Grohmann.
Mit ihrer langjährigen Erfahrung als Konstrukteurin in den Fachrichtungen Hoch- und Ingenieurbau koordiniert sie Projekte von der Planung bis auf die Baustelle und stellt sicher, dass alle Beteiligten effizient und zielgerichtet zusammenarbeiten. Als Mentorin und strategische Projektpartnerin unterstützt sie interne Projektteams bei der Abstimmung, Koordination und Umsetzung komplexer Planungsprozesse und trägt maßgeblich zur Qualität und Innovationskraft der Projekte bei.
Martin Josst, geboren in Hamburg, ist Partner bei Delugan Meissl Associated Architects (DMAA) in Wien. Er studierte Architektur an der Muthesius Kunsthochschule Kiel und sammelte internationale Erfahrung bei Morphosis in Los Angeles. Seit 2001 ist er bei DMAA tätig und prägt als Projektleiter und Partner maßgeblich die architektonische Haltung des Büros.
Johann Marchner ist ein ausgewiesener Verkaufsprofi mit über 20 Jahren Erfahrung in der Führung und Entwicklung von Vertriebsteams. Seit 2019 ist der gebürtige Deutsche im Management bei Wienerberger Österreich, seit Mai 2020 war er als Geschäftsführer für mehr als 500 Mitarbeiter und 9 Werke verantwortlich. Mit 2024 hat er als Country Managing Director die Führung von Wienerberger und Pipelife in Österreich übernommen.
Seine beruflichen Stationen führten den studierten Chemiker zu Unternehmen wie Fundermax Lafarge, Rehau oder Lasselsberger Ceramics, wo er in unterschiedlichen internationalen Führungsfunktionen jeweils für die Vertriebsagenden verantwortlich zeichnete.