Die europaweite Plattform für Wettbewerbe Arch-E


Arch-E ist eine digitale Plattform, die den Zugang zu europäischen Architekturwettbewerben für alle verbessert.

Das Projekt markiert einen proaktiven Schritt des Berufsstandes, Barrieren bei der grenzüberschreitenden Erbringung von Architekturleistungen abzubauen. Während die Europäische Kommission bisher eher erfolglos versucht hat, dieses Ziel durch bloße Deregulierung zu erreichen, setzt Arch-E auf einen aktiven, positiven Ansatz und liefert damit ein wichtiges Argument in der Diskussion mit der Kommission zur Deregulierung und Überarbeitung der europäischen Vergaberichtlinie.

Ziel des Projekts im Sinne des Förderaufrufs ist es, die Kapazitäten von Architekt:innen im Hinblick auf die Internationalisierung ihrer Arbeit zu stärken. Vor allem junge und sehr kleine Büros sollen gestärkt werden und die Möglichkeit erhalten, grenzüberschreitend zu arbeiten und an Architekturwettbewerben teilzunehmen. Gleichzeitig sensibilisiert das Projekt die Öffentlichkeit, (öffentliche) Auftraggeber und die Politik auf Landes-, Bundes- und Europaebene für die Potenziale qualitätsvoller Wettbewerbsverfahren. In den teilnehmenden Ländern fanden dazu „ADC-Roadshow-Veranstaltungen“ statt; die Abschlussveranstaltung zur Verbreitung der Ergebnisse wird am 23. April 2026 in Brüssel stattfinden.

Das Projekt fördert durch verbesserte und erweiterte Nutzung von Architekturwettbewerben sowie einen erleichterten Zugang dazu die alltägliche Umsetzung von Baukultur, Nachhaltigkeit und Inklusion in der europäischen gebauten Umwelt. Es unterstützt damit zentrale Ziele der europäischen Politik, etwa den Green Deal, das New European Bauhaus und den Arbeitsplan für Kultur.

Im Zuge des Projekts entstanden ein Netzwerk, eine europäische Architekturwettbewerbs-Landkarte, ein Glossar in elf Sprachen, eine Umfrage zu den Bedürfnissen der Architekturschaffenden in Europa sowie Empfehlungen zur Durchführung von Architekturwettbewerben, das sogenannte „White Paper for ADCs“.

Was gewinnen österreichische Architekturschaffende daraus?
Unabhängig von ihrer Bürostruktur können sie in einem europaweiten Netzwerk Partner:innen finden und gleichzeitig das eigene Risiko minimieren. Das Glossar leistet mit der inhaltlichen Klärung zentraler Begrifflichkeiten in den unterschiedlichen Ländern einen wesentlichen Beitrag dazu.

Die Bundeskammer der Ziviltechniker:innen hat das Projekt als Lead Partner initiiert. Der Architects Council of Europe (ACE) fungiert als wesentlicher Projektpartner.

Daniel Fügenschuh ist Architekt und leitet ein Architekturbüro in Innsbruck. Er ist Präsident der Bundeskammer der Ziviltechniker:innen, Präsident des Architects‘ Council of Europe (ACE) und Vorstandsmitglied der globalen International Union of Architects (UIA).

Katharina Fröch ist selbstständige Architektin in Wien. Sie ist Vorsitzende der Bundessektion Architekt:innen der Bundeskammer der Ziviltechniker:innen und Head of Delegation im Architects‘ Council of Europe (ACE)