Donnerstag, 12. März | 18.40

Abstract City


Um das Konzept unserer Entwurfsarbeit im Studio an der UdK – Universität der Künste Berlin greifbarer zu machen, haben wir ein Projekt entwickelt, welches die Arbeiten über einen gewissen Zeitraum in einem gemeinsamen Thema zusammenfasst: Abstract City.

Vorgabe ist immer ein abstrakter Begriff, aus dem in einem ersten Schritt das Programm entwickelt wird, und zwar nicht einfach als »Raumprogramm«, sondern durchaus als »Programm« im Sinne von »Inhalt«, als Grundlage und Ausgangspunkt für den konkreten, individuellen Architekturentwurf.
Eine Abstraktion von »Stadt« ist das übergeordnete Thema unseres Lehrstuhls. Jedes Semester wird ein weiterer Begriff, werden weitere konkrete Entwürfe angehängt. So verweben sich alle Entwürfe miteinander, Abstract City wächst, und mit den Semestern entsteht eine konkrete Struktur.
Im Rahmen des Vortrags werden wir Arbeiten zu drei Begriffen vorstellen:

A.C. 31 RAUMRESERVEN
Der öffentliche Raum auf Stadtebene ist eine notwendige, geforderte und viel besprochene urbane Qualität. Oft entsprechen aber gerade die Erdgeschoßzonen, und vor allem auch die darunter liegenden Garagengeschoße unserer Bauten, so gar nicht unseren architektonischen Vorstellungen. Tiefgaragen ergänzen diese Problematik umfassend: Individuelle Autos werden zusehends weniger, die Räume werden frei, sind aber mangels Aufenthaltsqualität schwer nutzbar. Exemplarisch untersuchen wir den Bereich des Kottbusser Tores.
In Zusammenarbeit mit der städtischen Wohnbaugesellschaft HOWOGE

A.C. 33 IDENTITÄT
Die High Deck Siedlung in Neukölln, entstanden in den 1970er-Jahren, ist ein »fast« typisches Kind ihrer Zeit. Interessant und in Berlin einzigartig ist das für Fahrverkehr und Fußgänger getrennte Erschließungssystem, das der Siedlung den Namen gibt und zweifellos interessante architektonische Räume und Möglichkeiten aufmacht. Allerdings ist die Orientierung durch die gleichförmige und schematische Anordnung der Wohnbauten in der Anlage schwierig. Wie können in der High Deck Siedlung individuelle Identitäten entstehen?
In Zusammenarbeit mit der städtischen Wohnbaugesellschaft HOWOGE

A.C. 34 Leerraum wird FREIRAUM
Das Kulturforum ist kulturell einer der interessanteste Orte in Berlin. Leider ist dort keine Stadt, nur Institutionen – und diese verhalten sich zur Öffentlichkeit bis auf wenige Ausnahmen fast autistisch. Von den »Rändern« des Kulturforums her betrachtet, könnte das urbane Leben – vielleicht auch das Wohnen – das Forum infiltrieren und verdichten. Wie wird das Kulturforum von der Gegend zum Ort?
In Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl le balto

Bettina Götz und Richard Manahl, beide geboren in Bludenz, Architekturstudium in Graz. Gemeinsames Büro ARTEC Architekten in Wien seit 1985. Preis der Stadt Wien, 2005. Wiener Wohnbaupreis 2019. Hans-Hollein-Kunstpreis für Architektur, 2022.
Bettina Götz ist seit 2006 Professorin für Entwerfen und Baukonstruktion an der UDK in Berlin und war 2008 Kommissärin des österreichischen Beitrags der 11. Architekturbiennale in Venedig. Umfangreiche Beirats- und Kommissionstätigkeit im In- und Ausland.

Yeeun Kang wurde in Hamburg geboren. Ihr Bachelorstudium der Architektur absolvierte sie an der TU Braunschweig. Während eines Praktikums bei Staab Architekten in Berlin vertiefte sie ihre praktische Erfahrung. Aktuell setzt sie ihre Ausbildung im Masterstudiengang Architektur an der UdK Berlin fort.

Woohee Kim, geboren in Seoul, studierte zunächst Klavier und schloss ihr Masterstudium an der Hochschule für Musik Dresden ab. Ihr Weg führte sie anschließend in die Architektur, wo sie unter anderem bei Herzog & de Meuron in Basel sowie bei Junya Ishigami in Tokio arbeitete. Als Preisträgerin des Europan 17 verbindet sie konzeptionelle Präzision mit künstlerischem Hintergrund. Seit einiger Zeit ist sie zudem Tutorin am Lehrstuhl für Digitales und Experimentelles Entwerfen von Prof. Norbert Palz an der UdK Berlin und studiert dort im Master Architektur.

Kolja Rothländer ist in Berlin geboren. Nach seinem Bachelorstudium an der UdK Berlin sammelte er internationale Erfahrung bei l’AUC architectes et urbanistes in Paris sowie bei Gonzalez Haase AAS in Berlin. Parallel zu seinem Masterstudium an der UdK ist er als Tutor am Lehrstuhl für Digitales und Experimentelles Entwerfen bei Prof. Norbert Palz tätig.

Ivan Källström wurde in Stockholm geboren und studierte zunächst Freie Kunst in Malmö. Die Verbindung von künstlerischer Praxis und räumlichem Denken führte ihn zum Architekturstudium an der UdK Berlin, wo er seinen Bachelor abschloss. Als Tutor am Lehrstuhl Entwerfen und Baukonstruktion bei Prof. Bettina Götz begleitet er Studierende im Entwurfsprozess. Derzeit arbeitet er im Rahmen eines Praktikums bei Johanna Meyer-Grohbrügge in Berlin.

Emil Valentin Wiesmaier ist in Berlin geboren und studiert Architektur im Bachelor an der UdK Berlin. Neben einem Praktikum bei Kontektum Architektur engagiert er sich seit mehreren Semestern in der Lehre: als Tutor am Lehrstuhl Entwerfen und Baukonstruktion bei Prof. Bettina Götz sowie am Lehrstuhl Entwerfen und Stadterneuerung bei Gastprofessorin Ana Filipović. Einen prägenden Studienaufenthalt verbrachte er an der ENSA Paris La Villette.