Donnerstag, 12. März | 17.35

Haus St. Klemens, Wien


Das neue Pflegewohnhaus St. Klemens nimmt den Gedanken einer dörflichen Wohnstruktur auf und gliedert kleinere Grundeinheiten räumlich-strukturell um zugehörige Freiräume und Atrien. Selbstbestimmung und Geborgenheit stehen im Vordergrund. Holz bleibt als Bauelement bewusst im Innen- und Außenbereich sichtbar. Das Gesamtensemble reagiert auf die städtebaulich kleinteilige, heterogene Ausgangslage mit einem strukturierten Baukörper, der vom weitläufigen Grünraum der Umgebung profitiert.

Die Verkleidung der Sockelzone in Sichtbetonqualität entsteht durch vorgehängte basaltbewehrte Betonfertigteilplatten. Das vom Leobener Start-up Fiber Elements und der HABAU Gruppe entwickelte System kommt in diesem Projekt erstmals in größerem Umfang zum Einsatz. Es zeichnet sich durch äußerst variable Plattenformate aus, die sich dank nicht korrosiver Basaltbewehrung sehr dünn und damit CO₂-arm herstellen lassen. WF

Johannes Kaufmann, geboren 1967 in Bezau, ist Architekt und Holzbauunternehmer aus Vorarlberg. Aus einer traditionsreichen Zimmermannsfamilie stammend, verbindet er handwerkliche Erfahrung mit architektonischer Gestaltung. Nach einer Zimmermannslehre und Stationen in führenden Architekturbüros gründete er 1993 sein eigenes Büro. Seine Projekte, von Wohn- und Gewerbebauten bis zu öffentlichen Einrichtungen und modularen Holzbausystemen, zeichnen sich durch Pragmatismus, Präzision und ein tiefes Verständnis für Material und Herstellung aus. Tradition und Innovation gehen in seiner Arbeit Hand in Hand, wodurch er die Vorarlberger Holzbautradition zeitgemäß weiterführt.

Wolfgang Fiel, geboren 1973 in Alberschwende in Vorarlberg, studierte Maschinenbau in Bregenz sowie Architektur an der TU Wien und am University College London. Er promovierte an der University of Plymouth. Tätigkeiten führten ihn zu Delugan Meissl und Coop Himmelb(l)au. Heute ist er Senior Research Fellow an der Universität Wien und Senior Lecturer an der Universität für angewandte Kunst. 2023 gründete er das Start-up Fiber Elements in Leoben, das nicht-metallische Bewehrungen aus mineralischen Basaltfasern für den Betonbau entwickelt und damit auf Dekarbonisierung, Ressourcenschonung und Kreislauffähigkeit setzt.