Samstag, 14. März | 17.15

Posthus | Fuchsegg Eco Lodge | Bildungszentrum Fiss


»Posthus«
Das »Posthus« in Egg bildet die neue architektonische Mitte des Dorfes und setzt als Tor zum Bregenzerwald einen markanten städtebaulichen Akzent. Der kompakte Baukörper mit Walmdach schafft räumliche Dichte, ordnet das Zentrum neu und eröffnet mit dem autofreien Platz einen lebendigen Begegnungsraum. Ein Nutzungsmix aus Gastronomie, Verwaltung, Büros und Wohnen sorgt für dauerhafte Frequenz und Vielfalt. Gestalterisch verbindet das Haus zeitgemäße Architektur mit regionaler Handwerkskultur: Tannenschindeln, Weißtanne und verzinkte Bleche interpretieren traditionelle Bauweisen neu. Als nachhaltiger Holzhybridbau vereint es Wirtschaftlichkeit, Flexibilität und lokale Identität – ein Haus, das das Zentrum stärkt und die Baukultur des Bregenzerwalds zeitgemäß weiterführt.

Fuchsegg Eco Lodge
Wie dimensioniert man ein Hotel in entlegener Landschaft? Dazu sind von Architekt:innen schon viele Antworten gefunden worden. Man kann das Raumprogramm dazu verwenden, ein monumentales Objekt zu erschaffen, ein Grand-Hotel mit den Bergen als Kulisse. So war es in der Belle-Epoche, Thomas Mann hat so ein Hotel in Davos für seinen Roman »Der Zauberberg« als Hintergrund eingesetzt. Man kann auch versuchen, das Projekt unterirdisch oder auf andere Weise unsichtbar zu gestalten. Vielleicht könnte man aufgrund der fortschreitenden Zersiedelung heute auf diesen Gedanken kommen.
Wir haben einen dritten Ansatz gewählt: Wir untersuchen, welche Siedlungsformen in der umgebenden Kulturlandschaft bereits zu finden sind. Und wir sind fündig geworden, das bestehende Vorsäß »Eggatsberg« kann in einer Entfernung von ca. 1.000 Meter in natura bestaunt werden.
Die Häuser werden mit einer gelassenen Selbstverständlichkeit Teil der Landschaft, dürfen in die »Landschaft hineinwittern«. Sie werden Teil der Landschaft und sind in Anlehnung an die für die Region typischen Vorsäßhütten äußerst schlicht gehalten. Die atmosphärische Qualität der Außenräume entsteht durch die der Topografie angepasste Anordnung der Baukörper und diese machen beim Durchschreiten der Anlage die Landschaft für den Gast erlebbar.

Bildungszentrum in Fiss
Anstelle der alten Schule entsteht ein Ensemble aus drei verbundenen Gebäuden, das sich behutsam in die dörfliche Struktur von Fiss einfügt. Die Anordnung der Giebel und Dächer berücksichtigt die Topografie und schafft drei prägende Außenräume: einen Dorfplatz mit Foyer, einen öffentlichen Fußweg zur Erschließung des Areals und sonnige Freiflächen für Kinder. Das Gebäude ist barrierefrei, die Räume unter den Dächern werden über Lichtkamine belichtet. Materialität und Gestaltung – massive Kalkputzwände, helle Esche und Loggien – vermitteln handwerkliche Qualität. Das neue Schulhaus stärkt das Ortsbild durch räumliche Vielfalt und funktionale Offenheit.

Ludescher + Lutz Architekten schaffen Bauten, die den Charakter des Ortes und die Eigenart der Region sensibel aufnehmen und weiterdenken. Sie betrachten jedes Bauprojekt als Weiterentwicklung eines bestehenden Ortes und legen großen Wert auf die kulturelle und landschaftliche Identität des Alpenraums. Ihre Gebäude entstehen aus einer tiefen Auseinandersetzung mit dem Umfeld, wobei regionale Materialien und traditionelles Handwerk eine zentrale Rolle spielen. Dabei geht es ihnen nicht um spektakuläre Effekte, sondern um klare, reduzierte Formen, die funktional und ausdrucksstark sind. Ihre Architektur soll berühren, Zugehörigkeit schaffen und Räume bieten, die das Leben der Menschen bereichern.


Elmar Ludescher, geboren 1969 in Bregenz, Studium der Architektur an der Akademie der bildenden Künste in Wien, Gestaltungsbeirat in Hittisau und Hard

Philip Lutz, geboren 1966 in Salzburg, Studium der Architektur an der Universität für Angewandte Kunst in Wien. Studium Städtebau an der Columbia University, Dozent an der Universität Liechtenstein für Architektur und Städtebau, 2004 bis 2017 Experte bei »Vision Rheintal«, städtebauliches Leitbild, 2006 Gestaltungsbeirat in Lochau und Lauterach