design.build studio

Donnerstag, 12. März | 19.10


Das design.build studio der TU Wien ermöglicht Architekturstudierenden, reale Planungs- und Bauaufgaben in ihrer gesamten Komplexität zu bearbeiten. Von der ersten Skizze bis zur eigenhändigen baulichen Umsetzung durchlaufen sie sämtliche Projektphasen und arbeiten dabei kollektiv, als großes Team. So erleben sie unmittelbar, wie sich gestalterische Entscheidungen und handwerkliche Ausführung wechselseitig beeinflussen. Der integrierte Ansatz durchbricht die in der Praxis übliche Trennung von Entwurf und Bau und vermittelt ein Verständnis für den architektonischen Gesamtprozess.
Zugleich folgt das Studio dem Prinzip des Service Learning: Die Studierenden sammeln nicht nur praktische Erfahrung, sondern leisten mit ihren gemeinwohlorientierten Projekten auch einen gesellschaftlichen Beitrag.
Unter der Leitung von Professor Peter Fattinger wurden seit 2000 zahlreiche Projekte umgesetzt – von temporären Interventionen im öffentlichen Raum bis zu dauerhaften Bildungs- und Gemeinschaftsbauten in Österreich, Südafrika und Indonesien.
In den letzten zehn Jahren lag der Fokus auf Umbau bestehender Bausubstanz – ein Tätigkeitsfeld, das für angehende ArchitektInnen zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Das Ziel von Design-Build-Projekten ist dabei aber nicht darauf reduziert, ein Bauwerk zu realisieren, es geht vielmehr darum, den Studierenden die Möglichkeit zu geben, die unmittelbaren Auswirkungen ihres Denkens, Kommunizierens und Handelns in einem breiteren Kontext zu erleben und zu verstehen.
Der erste Teil des Vortrags stellt die Arbeitsweise des design.build studios der TU Wien vor und zeigt einen kurzen Rückblick auf die unterschiedlichen realisierten Projekte der letzten 25 Jahre.
Im zweiten Teil wird das kürzlich fertiggestellte Projekt, der Umbau des Vereinshaus Symposion Lindabrunn von zwei beteiligten Studierenden vorgestellt:
Eingebettet in den weitläufigen Skulpturen- und Landschaftspark des 1967 gegründeten Symposion Lindabrunn, wurde das stark sanierungsbedürftige Gebäude von 24 Studierenden in enger Abstimmung mit den Vereinsmitgliedern saniert, adaptiert und erweitert. Dabei konnte die bestehende Bausubstanz erhalten, und durch zeitgemäße Adaptierung und Erweiterung das Potenzial dieses einzigartigen Ortes langfristig weiterentwickelt und nachhaltig gesichert werden. Nach fünf Monaten Planung und sieben Monaten eigenhändiger Bauarbeit, steht das Haus nun wieder für viele Jahre als offener Ort zeitgenössischer künstlerischer Auseinandersetzung zur Verfügung.
P.F.

Peter Fattinger ist Associate Professor an der TU Wien und Leiter des design.build studio der TU Wien, das er im Jahr 2000 gegründet hat. Gemeinsam mit Studierenden entwickelt und realisiert das design.build studio sozial engagierte Architekturprojekte in Österreich, Südafrika und Indonesien. Im Austausch mit internationalen Architekturschulen hat Peter Fattinger die Netzwerke Design for the Common Good und Design Build Xchange mitbegründet.
Gemeinsam mit Veronika Orso betreibt er ein Planungs- und Produktionsbüro, das an der Schnittstelle von Architektur, Kunst und Urbanismus arbeitet. Für ihr bisheriges Lebenswerk erhielten fattinger.orso 2018 den Preis der Stadt Wien für Architektur.

Valentina Gruber, geboren in Innsbruck/Tirol, studiert Architektur im Master an der TU Wien, wo sie ebenso ihren Bachelor absolvierte. Mit einer zusätzlichen Ausbildung in Kommunikation und Mediendesign arbeitete sie in den Bereichen Architektur, Ausstellungsdesign, Grafik, Film und Fotografie und ist derzeit als Studienassistentin am Forschungsbereich Städtebau und Entwerfen an der TU Wien angestellt. Seit 2025 besucht sie die Schule Friedl Kubelka für künstlerische Photografie und ist ebenso dem Verein Symposion Lindabrunn beigetreten.

Aaron Michel, geboren in der Nähe von Frankfurt am Main (DE), studiert Architektur im Master an der TU Wien. Schon seit seinem Bachelor an der RWTH Aachen fokussiert er sich auf nachhaltige Baumethoden insbesondere mit den Baustoffen Lehm & Holz, wobei er schon mit der ProHolz Student Trophy ausgezeichnet wurde. Im Rahmen seiner Diplomarbeit beschäftigt er sich mit dem Thema Selbstbau für den Verein Symposion Lindabrunn und wie die Architektur wieder näher mit dem Handwerk verbunden werden kann.