Samstag, 5. März | 19:00

Landwirtschaftliches Zentrum | Krematorium


Landwirtschaftliches Zentrum Salez
Am Anfang dieses Pilotprojekts in landwirtschaftlicher Umgebung stand der Wunsch nach einem wirklich nachhaltigen Gebäude mit einer möglichst einfachen benutzer- und wartungsfreundlichen Technik. Umgesetzt wurde dieses Ziel mit einem Holzbau mit Low-tech-Ansatz. Für die Architektur war das eine willkommene Herausforderung, um altvertraute Techniken und bewährte Detail-Lösungen zu einem Ganzen zu fügen, ohne sich den Vorgaben einer immer komplexer werdenden Haustechnik unterzuordnen. Das Resultat überzeugt im täglichen Gebrauch, indem die Nutzer das Raumklima eigenverantwortlich regulieren können. Es überzeugt auch mit seiner Architektur, welche viele Antworten für eine zukunftsfähige Bauweise aufzeigt.

Krematorium St. Gallen
Ein Krematorium ist ein Ort, mit dem man sich nicht automatisch identifiziert. Auch oder gerade deshalb, weil es ein Thema berührt, dem wir uns alle nicht entziehen können. Ein Krematoriumsbau muss sowohl den technischen Anforderungen gerecht werden als auch der emotionalen Situation der Angehörigen. Das Rückgrat der Anlage bildet ein Kolonadengang am nördlichen Rand der Parzelle, der sowohl vom Friedhof als auch vom Parkplatz her betreten werden kann. Er umfasst mit dem L-förmigen Hauptbau einen Innenhof und gibt in seinen offenen Partien den Blick in die Natur frei. Der Übergang, als Wechsel von einem Zustand in den anderen, ist das durchgängige Thema: Das zeigt der Klinkerstein, der als Fassadenmaterial nicht nur das äußere Bild bestimmt; er setzt sich auch im Inneren in den Publikumsbereichen fort, schützt die Besucher vor Blicken von außen und erzeugt mit Licht- und Schattenmustern eine würdige Atmosphäre. Der Klinkerstein schafft mit seiner Form und seinem Material eine Identität, welche allen Menschen gleichermaßen vertraut ist.
A.S.

Andy Senn, geb. 1965 in Bern. Studium an der FH Burgdorf in Bern. Seit 1998 freischaffender Architekt in St. Gallen. Fachbeirat der Stadt Feldkirch.