Architektur bedeutet im Rahmen von TURN ON letztlich immer „Baukultur”. Das heißt, die funktionellen Anforderungen einer Bauaufgabe werden erfüllt, diese wird aber auch im kulturellen Sinn interpretiert. Das Haus schützt vor Regen, Wind und Kälte – und es vermittelt Geborgenheit und hat Atmosphäre, es ist ein ästhetisches Konstrukt. Es dient im besten Fall nicht nur lebensnotwendigen Zwecken, sondern ermöglicht auch ein besseres Leben.
Baukultur ist eng mit unserem Leben verbunden; dies gilt auch für ihren Entstehungsprozess, der stark von politischen Entscheidungen beeinflusst wird. Wie qualitätvolles Bauen möglich wird, ist eine komplexe Frage. Der diesjährige Festredner Leo Van Broeck spricht von Qualität als einem Brückenschlag zwischen Architektur und Politik. Die Talkrunde nimmt das Thema auf und fragt nach der Qualitätssicherung im Ablauf vom ambitionierten Entwurf bis zum realisierten Bauwerk.

Margit Ulama, Festivalleiterin



TURN ON PARTNER


präsentiert ein Kaleidoskop aktueller Bauten. Dabei führt das dichte Vortragsprogramm an der Schnittstelle von Architektur und Wirtschaft zentrale Themen des Vorjahres fort und findet neue Definitionen. Die Thematik Projektentwicklung wird anhand einer kleinen Gemeinde, einer Mittelstadt und im großstädtischen Kontext dargestellt. Besonderes Augenmerk liegt wieder auf dem Wohnbau mit sozialem Anspruch und einer breiten Palette von Funktionen. Die Entstehung ambitionierter Architektur wird aber auch von innovativen Materialien und Konstruktionen geprägt, außerdem von neuen Themen wie smarter Energie, der intelligenten Nutzung des Tageslichts und digitalen Planungsmethoden. Der Innenraum wird weiters als gebaute Identität präsentiert – und als Raum mit feierlicher Beleuchtung.

TURN ON


präsentiert alljährlich die unterschiedlichen Entwurfsstrategien vor allem österreichischer, aber auch internationaler ArchitektInnen. Die aktuellen Vorträge erzählen dabei jeweils eine Geschichte: die des gesellschaftlich engagierten Wohnbaus, der modern interpretierten Stadthäuser in der Kleinstadt, des unkonventionellen Quartiers in der Großstadt, aber auch der Stadtvillen im Dialog mit denkmalgeschützter Bausubstanz.
Ein weiterer narrativer Bogen umspannt drei konstruktiv und räumlich konsequente Bauten für Bildung; ein anderer drei Gesundheitszentren mit ganz anderer architektonischer Geste. Schließlich geht es um singuläre Bauaufgaben: zwei höchst unterschiedliche Kulturbauten und einen großen Gebäudekomplex für die Justiz in prominenter Lage. Das Weiterbauen als zentrales Thema der europäischen Architektur wird mit Projekten in Kaltern und Bratislava nochmals neu beleuchtet. Den Abschluss des Tages bildet der neue Programmpunkt TURN ON STUDIO. Im Rahmen von zwei Vorträgen präsentieren Studierende ausgewählte Arbeiten für Salzburg und die Seestadt Aspern. Die jeweiligen Leiter des Entwurfsprogramms geben einen Überblick dazu sowie einen Ausblick auf zukünftige Projekte.
| Margit Ulama