Vorträge nonstop. ORF RadioKulturhaus Wien. Samstag, 6. März 2010. 13.00 bis 22.00 Uhr.
"Turn On Partner". TU Wien | Kuppelsaal. Freitag, 5. März 2010. 13.30 bis 19.00 Uhr.
Wohnbau "Die Bremer Stadtmusikanten" – ein Terrassenhaus
 
In Anlehnung an den erfolgreichen Auftritt von Gockel, Katze, Hund und Esel in der Erzählung der Brüder Grimm bildet die Stapelung verschieden großer Wohngebäude das Konzept des Terrassenhauses "Die Bremer Stadtmusikanten".

Suburbane, zweigeschosshohe Typologien mit jeweils spezifischen, zugeordneten Freiräumen werden zu einem dichten, städtischen Paket gestapelt: zuunterst ein offenes Raumkonzept mit Galerie im hinteren Bereich und vorgelagertem Garten, darauf gestellt eine Maisonette, orientiert zu einem Atrium, dann zweigeschossige Reihenhäuser mit Terrasse und zuoberst Kleingartenhäuser mit Höfen zwischen den Häusern. Eingeschossige Wohnungen mit zweigeschosshohem Loggienraum ("Casablanca"-Typologie) ergänzen den Typenvorrat.

In der Überlagerung mit dem konkreten Grundstück "Tokiostraße" wird, aufgeständert entlang der Straße, ein Trakt der Casablanca-Wohnungen abgestellt. Ein einfaches, bandartiges, die Wohnungen in der Fassade markierendes Element (im Volksmund "die Spinne") gibt dem rigiden Block Physiognomie zum öffentlichen Raum und der Wohnung Abschluss gegen die Straße.

Ostseitig, zum Grundstücksinneren orientiert, entlang einer breiten und luftigen Laubengang-Erschließung lagert sich die Stapelung der "Bremer" beidseitig eines Nord-Süd verlaufenden Grünraumes an. Nach Norden und nach Süden wird die Bebauung entlang der Straßen nur in zwei Obergeschossen geschlossen. Besonnung und Aussicht für die neue Bebauung und die Nachbarn werden so nur wenig eingeschränkt; ein Begriff von Privatheit und Definition gegenüber dem Straßenraum bleibt erhalten. Der offene Grünzug im Inneren ist durch die freie Sockelzone mit dem Straßenraum verbunden.

Die plastische Baukörpergliederung ermöglicht eine ausgeprägte Außenbeziehung der Wohnungen. Die Wohnungen erhalten so individuell vorgelagerte Freiflächen, größtenteils mit bewuchsfähigen Grünbereichen ausgestattet. Alle Wohnungen können quer gelüftet werden, Küchen und Bäder sind natürlich belichtet und belüftet.

Auf der Dachebene des straßenseitigen Traktes dient ein Schwimmbecken mit Terrasse, Liegewiese und Aussicht über die Dächer den Bewohnern als Freizeitaufenthalt im eigenen Haus. In halber "Höhe" der Bebauung sind die Kleinkinderspielplätze auf Terrassen zu finden; der ebenerdige Hofraum ist grüne Wohnungsorientierung und Spielplatz für Kinder und Erwachsene.

Grüne Atrium- und Terrassenräume prägen die Erscheinung, eine hohe Durchlässigkeit am Straßenniveau bringt Offenheit für Bewohner und Passanten und lässt dem Bauplatz Luft für zukünftige Nutzungen.
ARTEC Arch.

Bettina Götz, geb. in Bludenz. 1980–1987 Architekturstudium an der TU Graz. Seit 2006 Professur für Entwerfen und Baukonstruktion an der UDK Berlin.

Richard Manahl, geb. in Bludenz. 1973–1982 Architekturstudium an der der TU Graz. 1983–1984 Mitarbeit bei Richter-Gerngross.

Seit 1985 Architekturbüro in Wien.

Diverse Bauten für private und öffentliche Auftraggeber, darunter ca. 1000 Wohnungen in 10 Gebäuden. Ausstellungen u.a. in der Galerie Aedes (Berlin), Architekturforum Tirol (Innsbruck), AA (London), Hillside Gallery (Tokio), in der Architektur Galerie Berlin.

Realisierte Projekte (Auswahl): Schule Zehdengasse in Wien (1996), Raum Zita Kern in Raasdorf (1998), Kraftwerk Hochwuhr in Feldkirch (2003), Apotheke zum Löwen von Aspern in Wien (2003), Efaflex Torsysteme in Baden (2004), Haus B-B in Bocksdorf (2005), Eingangspavillon SMZ Süd in Wien (2009).

Aktuelle Projekte (Auswahl): Wohnhaus generationen wohnen am mühlgrund, Wohnhaus Raxstraße (beide Wien); Wohnhaus systemhaus 2 in Hörbranz.

Auszeichnungen (Auswahl): Aluminium-Architekturpreis (1998), Architekturpreis der Österreichischen Beton- und Zementindustrie (2005), Nominierung von Efaflex und Apotheke Aspern zum Mies van der Rohe Award (2005), Preis der Stadt Wien (2005), Finalist beim European Prize for Urban Public Space (2006), Holzbaupreis Burgenland (2008).


Weiterführende Links:
www.artec-architekten.at
Projektliste in der nextroom architektur datenbank

   
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